Pflegen für deutlich mehr Rente

Hermann-Josef Tenhagen

Summary
Wer Angehörige oder Freunde pflegt, kann dabei gleichzeitig die eigene Rente spürbar aufbessern. Selbst wenn man schon in Rente ist. Die meisten Pflegenden wissen das aber nicht. Dabei müssten sie nur einen Antrag stellen. Mehr als 2,5 Mill. Menschen werden von Angehörigen und Freunden gepflegt.
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Wer pflegt kann damit seine Rente erhöhen. Unter drei Bedingungen:

1) Der Mensch, den Sie betreuen, hat Pflegegrad 2 oder höher.

2) Sie unterstützen ihn an mindestens zwei Tagen die Woche und für insgesamt mehr als zehn Stunden.

3) Sie tun das mindestens zwei Monate im Jahr.

Dann zahlt Ihnen die Pflegekasse auf Antrag Rentenbeiträge — also nur, wenn Sie einen Antrag stellen. Sie können die 10 Stunden in der Woche an mindestens zwei Tagen auch mit der Pflege mehrerer Betreuungsbedürftiger verbringen. 10 Stunden in der Woche heißt aber auch, während der Zeit dürfen Sie in Ihrem Brötchenjob  nicht mehr als 30 Stunden in der Woche arbeiten

Wenn Sie ein Jahr lang bei Pflegegrad 2 helfen, sorgt das später für 10 Euro im Monat mehr Rente. Bei einem Jahr Pflegegrad 5 sind es später monatlich schnell über 30 Euro mehr. Für jedes weitere Jahr gibt es natürlich auch mehr Zusatzrente.

Sie können ihre  Rente sogar aufbessern, wenn Sie selbst schon im Ruhestand sind. Dazu hat der Gesetzgeber folgenden Kniff vorgesehen: Lassen Sie sich während der Pflegezeit statt als Vollrentner als 99-Prozent-Teilrentner einstufen. Mit einem Prozent sind Sie dann wieder berufstätig. Sie verzichten zwar während der Pflegezeit auf 1 Prozent Deiner bisherigen Rentebezüge. Später aber bekommen Sie als ehemalige Pflegeperson deutlich mehr an Rente ausgezahlt. Die 99-Prozent-Regelung drehen Sie zum Ende Ihrer Pflegezeit einfach zurück. Bei den Formalitäten hilft Ihnen die Rentenversicherung.