27.-29. Mai 2024
STATION Berlin
Hasnain Kazim ist in Hamburg und in Karatschi in Pakistan aufgewachsen. Er lebt in Wien und schreibt unter anderem für ZEIT ONLINE und den Deutschlandfunk. Der Autor von mittlerweile sechs Büchern wurde als Journalist unter anderem mit dem „CNN Journalist Award” ausgezeichnet und verbrachte die meiste Zeit seiner journalistischen Tätigkeit als Auslandskorrespondent in Islamabad, Istanbul und Wien.
Der Experte für Hatespeech und Online-Hass beschäftigte sich in seinem 2018
erschienenen Spiegel-Bestseller „Post von Karlheinz“ mit persönlichen Reaktionen auf
Hassmails. In seinem vor zwei Jahren erschienenen Buch „Auf sie mit Gebrüll …und mit
guten Argumenten“ gibt er konkrete Tipps und viele Beispiele fürs kluge Streiten um
dumpfen Hass und platten Parolen Einhalt zu gebieten.
Im vergangenen Jahr erschien sein erstes fiktionales Buch „Mein Kalifat“, eine
satirische Antwort auf die permanenten Ängste von Menschen vor einer „Islamisierung des
Abendlandes“.
Aktuelles zu Hasnain Kazim findet ihr auf seiner Webseite, auf Twitter, Facebook und Instagram.
3 Fragen an… Hasnain Kazim
Da Hasnain Kazim bereits zur Pandemie-bedingt abgesagten #rp20 eingeplant war, freuen wir uns besonders, ihn nun auf der Bühne der #rp22 begrüßen zu können!
An welchen Themen oder Projekten arbeitest du momentan?
Ich arbeite an meinem Dauerthema: „Wie gehen wir in Zeiten der Spaltungen
miteinander um?“. Mit „Zeiten der Spaltung“ meine ich Zeiten, in denen Themen wie
Migration und Flucht, Klimawandel, Corona unüberbrückbare Gräben aufzureißen scheinen.
Ich befasse mich mit der Frage, wie Sprache unser Miteinander prägt, wie sie spaltet
oder vereint – und warum es gut ist, Brücken zu bauen, aber manchmal auch Gräben,
Mauern, kurz: Grenzen nötig sind. Darüber würde ich auch gerne auf der #rp22
reden.
Was ist bei dir in den vergangenen zwei Jahren zu kurz gekommen und was meinst
du, benötigt dringend einen Neustart?
Zu kurz gekommen ist in den vergangenen zwei Jahren, dass wir in echt, ganz analog,
von Angesicht zu Angesicht Zeit miteinander verbringen. Videocalls,
Online-Konferenzen, Homeoffice sind hier und da toll und ersetzen tatsächlich unnötig
lange Anreisen – sie ersetzen aber nie das Miteinandersein. Ich hoffe sehr, dass wir
künftig wieder mehr Zeit miteinander verbringen, feiern, leben, arbeiten können.
Manches, das die Pandemie verändert hat, finde ich gut – zum Beispiel, dass Venedig
Kreuzfahrtschiffe aus dem historischen Zentrum verbannt hat. Hier und da ist deutlich
geworden, was wirklich wichtig ist. Ich hoffe, das bleibt in unserem Bewusstsein.
Allerdings bezweifle ich, dass das der Fall ist.
Das Motto der #rp22 bezieht sich auf die letzte Textzeile des Queen-Songs
„Bohemian Rhapsody“. Welcher Song darf beim Karaoke auf der #rp22 deiner Meinung nach
auf keinen Fall fehlen und warum?
Singen? Muss das sein? Mir hat die Jerusalema-Challenge während der Pandemie große
Freude gemacht, mit wirklich tollen Videos. Sogar der Gemeinderat der kleinen Gemeinde
Hollern-Twielenfleth, aus der ich komme, hat mitgemacht—siehe hier. Wollen wir nicht
lieber dazu tanzen?