27.-29. Mai 2024
STATION Berlin
TV-Moderator bei der ard-alpha-Sendung „RESPEKT“, Host beim SWR-Podcast „Sack Reis – Was geht dich die Welt an?“, Reporter bei der BR-Sendung „Zündfunk“, Kameramann, Reporter und Autor bei der ZDF-Politiksendung #trending und dem Auslandsjournal, Moderator, Redakteur und Produzent des funk-Podcasts „Kanackische Welle“, Übersetzer des Buchs „Mask Off“ (Deutscher Titel: „Sei kein Mann“) von JJ Bola und gerade dabei das Buch „The Antiracist Kid“ von Tiffany Jewell zu übersetzen…
Das sind nur einige der letzten Projekte, an denen Malcolm Ohanwe momentan
arbeitet.
Umso mehr freuen wir uns darauf, dass er die Zeit gefunden hat, erneut auf der
re:publica-Bühne dringende Themen, wie zum Beispiel Geschlechterbilder im Journalismus
oder auch neue deutsche Perspektiven in der Podcast-Landschaft zu diskutieren und
vorzustellen.
Folgt Malcolm auf Twitter und Instagram!
3 Fragen an… Malcolm Ohanwe
Zur Vorbereitung auf seine Sessions zur #rp22 haben wir Malcolm drei Fragen gestellt.
Über welches Thema wirst du auf der #rp22 sprechen?
Auf der re:publica 22 präsentiere ich gleich zwei Sessions. Ich halte eine Keynote
über meine Recherchen zu Erfahrungen die Journalist*innen gemacht haben, denen
fehlende Professionalität unterstellt wurde, weil sie zum Beispiel Lispeln, zu
feminin, zu „prollig“ oder anderweitig aus einer Norm dessen fallen, was einige Eliten
als respektabel und seriös erachten. Außerdem habe ich ein Podium kuratiert zu neuen
deutsche Perspektiven in der Podcast-Welt. Als wir mit unserem mittlerweile
funk-Podcast „Kanackische Welle“ gestartet haben, gab es nicht viele Podcasts, die
sich jenseits von einem weißdeutschen Blick mit der Gesellschaft befassen, jetzt gibt
es unzählige! Neben der re:publica schreibe ich gerade ein Sachbuch über Männlichkeit,
schneide an einer Auslandsreportage für den SWR, moderiere eine neue tolle Sendung für
arte und arbeite auch an meinem ersten Dokumentarfilm. Außerdem übersetze ich mein
zweites Buch! Also viel los.
Was ist bei dir in den vergangenen zwei Jahren zu kurz gekommen und was meinst
du, benötigt dringend einen Neustart?
Zu kurz gekommen ist das liebevolle persönliche Kommunizieren. Das kalkulierte
Missverstehen, die Erbamungslosigkeit mit der geurteilt wird, ich glaube persönlich
würde einiges viel harmonischer und respektvoller passieren. Der Ton in den sozialen
Medien und über Messenger-Dienste ist einfach viel schroffer und so viel Liebe geht
verloren. Ich bin unfassbar dankbar zum Beispiel, dass ich einige Medien-Preise
gewonnen habe seit Februar 2020, aber ich konnte fast keinen einzigen persönlich
entgegennehmen und mit meinen Eltern auf eine Gala oder so, weil alles unter so
merkwürdigen Zoom-Call-Social-
Distancing-Events stattfand. Da geht einfach ein Stück Herz verloren. Einen Neustart
braucht eindeutig, die Art und Weise und die Dringlichkeit, wie deutsche Medien über
Menschenrechtsverletzungen gegenüber nicht-europäischen Zivilist*innen sprechen.
Das Motto der #rp22 bezieht sich auf die letzte Textzeile des Queen-Songs
„Bohemian Rhapsody“. Welcher Song darf beim Karaoke auf der #rp22 deiner Meinung nach
auf keinen Fall fehlen und warum?
EINDEUTIG BRANDYS ALBUM „FULL MOON“. Es ist der Grundbaustein für sehr viel der
größten und erfolgreichsten Popmusik, die wir heute hören. Ich musste schmerzhaft
erfahren, dass einer der erfolgreichsten Rapper unserer Zeit namens Jack Harlow, nicht
mal wusste wer sie ist. Das ist eine Schande. Jede*r Musiker*in muss mit Brandys
Stimme vertraut sein!!!!!!