27.-29. Mai 2024
STATION Berlin
Die Politikwissenschaftlerin Hadija
Haruna-Oelker lebt und arbeitet als Autorin, Redakteurin und Moderatorin in
Frankfurt am Main. Hauptsächlich arbeitet sie für den Hessischen Rundfunk – unter
anderem für die Sendung „Der
Tag“ bei hr2 Kultur. Sie moderiert das regelmäßige Format „StreitBar“ in der
Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt und schreibt eine monatliche Kolumne in der
Frankfurter Rundschau.
Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Jugend und Soziales, Migration und Rassismusforschung. Sie
ist Preisträgerin des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gestifteten KAUSA
Medienpreises 2012 und des ARD Hörfunkpreises Kurt Magnus 2015. Gemeinsam mit Kübra Gümüşay und Uda Strätling hat sie „The
Hill We Climb“ von Amanda Gormann übersetzt. Zudem ist sie im Journalist*innenverband Neue Deutsche Medienmacher*innen und in der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland aktiv.
In ihrem im März 2022 erschienenen Buch „Die Schönheit der Differenz“ erzählt sie ihre persönliche Geschichte als Tochter einer weißen Mutter und eines Schwarzen Vaters mitten in Deutschland. Sie erzählt von der eigenen Wahrnehmung von Differenzen, von Verbundenheit, Empowerment und von der Schönheit, die in unseren Unterschieden liegt.
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3 Fragen an… Hadija Haruna-Oelker
Wir freuen uns auf Hadija im Programm der re:publica 22 und haben ihr zur Vorbereitung auf ihre Session drei Fragen gestellt.
Über welches Thema wirst du auf der #rp22 sprechen?
Schon lange beschäftigt mich die Frage, wie wir zu einer Gemeinschaft werden können,
in der unterschiedliche Lebenserfahrungen zu einem Wert werden, den zumindest der
Großteil schätzt. Wie kann es gehen eine Haltung von Lernen und Verlernen zu einer
Grundlage unsers Handelns machen. In meiner journalistischen Arbeit suche ich nach
Grauzonen und Zwischenräumen, meide polarisierende Pro und Contra Diskussionen,
überlege wie Berichterstattung diversitätsbewusst im Sinne eines „responsible
journalism“ funktioniert. Als Autorin treibt mich die Frage um, wie wir eine
gemeinsame Sprache finden. Gerade das ist jetzt in Zeiten des Krieges wichtig, in
denen die Fragen um Migration, Flucht und Ankommen wieder an die Oberfläche dringen
und Menschen systemisch bewertet werden. Wir stecken schon länger mitten in einer
gesellschaftlichen Transformation. Darüber denke ich nach und spreche ich auch bei
euch.
Was ist bei dir in den vergangenen zwei Jahren zu kurz gekommen und was meinst
du, benötigt dringend einen Neustart?
Dass wir uns wirklich begegnen, um all die gesellschaftlichen Wendepunkte zu
besprechen, die unser Miteinander ganz schön erschüttert haben und erschüttern. Die
Pandemie und ihre Folgen ist das eine, aber ab 2020 ist auch der rassistisch
motivierte Anschlag von Hanau passiert. Wir hatten dazu eine große Rassismus-Debatte
in Bezug auf Anti-Schwarzen Rassismus und dann einem Backlash in puncto
Identitätsdebatten. Diversität ist kein Trend-Thema wie viele glauben und wir brauchen
jetzt echte Räume, in denen wir uns in die Augen sehen können, um unsere Differenzen
auszuhandeln. Das wünsche ich mir persönlich auch für meine redaktionellen Arbeit nach
so langer Zeit im Homeoffice. Diese, ich nenne es mal Anonymität, hat etwas mit uns
als Gesellschaft gemacht. Wir haben einiges zu verarbeiten und dazu genügt Social
Media auf Dauer alleine nicht – zumindest nicht für mich.
Das Motto der #rp22 bezieht sich auf die letzte Textzeile des Queen-Songs
„Bohemian Rhapsody“. Welcher Song darf beim Karaoke auf der #rp22 deiner Meinung nach
auf keinen Fall fehlen und warum?
Puh, singen. Das mit mir tatsächlich nur im Chor, aber dann gerne mit Power. Wie
wäre es mit „Q.U.E.E.N“ von Janelle Monáe oder alte Songs wie „Respect“ von Aretha
Franklin, „I’m Coming Out“ von Diana Ross. Ich geb's zu: Ich liebe Oldies und Songs
der 90er.