27.-29. Mai 2024
STATION Berlin
Die durch Text-to-Image Software erstellten Bilder nutzen textile Eigenschaften um
Häuser, Innenräume und Maschinen einzukleiden. So sind Omas auf gehäkelten Motorrädern,
mit Textil behangene Häuser in romantischer Bergidylle und Innenräume überzogen mit
fluffig flauschigen Oberflächen. Die meist hyperrealistischen, überzeichneten, soften
Oberflächen versuchen dabei die fehlende Haptik über den Sehsinn auszugleichen. Promts
werden mit textilen Adjektiven wie: tactile, soft, detailed etc. beschrieben.
Textilien sind das dem Menschen nächste Material, spenden Geborgenheit, Schutz und
Wohlbefinden. Unsere Verwobenheit damit ist eine kollektive Erfahrung. Jedoch werden
Textilien stets unterbewertet und Beschäftigte in der Branche chronisch diskriminiert.
Textilien bleiben im verborgenen, sind Mittel zum Zweck und dennoch überall. Dabei
widersetzt sich die textile Praktik den patriachalen Zuschreibungen und überlebt bis
heute durch ihre Flexibilität und Resilienz. Neben der Sichtbarmachung von textilen
Entitäten möchten wir fragen: Wie können Textilien unterstützen in geborgener Atmosphäre
eine Genügsamkeit zu erleben?