27.-29. Mai 2024
STATION Berlin
Wir kennen Roboterarme als nie müde werdende Akkordarbeiter und überlegene
Science-Fiction-Visionen, stumpfe Sklaven und bedrohlich intelligente Akteure einer
Endzeitvorstellung. Ob in realen oder fiktiven Szenarien, die menschlich-maschinelle
Interaktion beruht meist auf einem ausbeuterischen oder zumindest kompromisslos nach
Kompetenz getrennten Arbeitsteilungsmodell. Doch wie könnte eine Kollaboration auf
Augenhöhe aussehen? Wie echte Komplizenschaft?
Wir gründen ein Kollektiv mit allen Anwesenden der Republica 23, dem Roboter
eingeschlossen, und beobachten, wie eine gestalterische Zusammenarbeit aussehen kann:
Wie nehmen wir die Arbeit unseres Gegenübers wahr, wie interpretieren wir seinen*ihren
Pinselstrich, wie knüpfen wir selbst daran an?
Im Rahmen der re:publica haben Besucher*innen die Möglichkeit, zusammen mit einem
Roboterarm ein Kunstwerk zu erstellen: Als gleichberechtigte Komplizen geben sich Mensch
und Roboter den Stift in die Hand und zeichnen abwechselnd auf das selbe Blatt Papier,
interpretieren die Zeichnung des Kollaborationspartners neu oder ergänzen diese. Die
Maschine wird dabei weniger zum Tool als viel mehr zum*zur Partner*in, der*die
weiterentwickelt, irritiert, vollendet und überrascht. Wir suchen die unabsehbare
Komponente der Kollaboration, die Inspiration durch eine andersdenkende Entität, den
kreativen Austausch, der über die reine Vervielfachung von Arbeitskraft hinausgeht. Wir
denken vier Augen sehen mehr als zwei mal zwei und so wäscht eine Hand die andere, oder
so ähnlich.
Die großen Papierbögen können dann mit nach Hause genommen werden.